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Die Filmgesetz-Motion – ein trojanisches Pferd

Die Motion zum Filmgesetz torpediert die neuen Filmförderkonzepte, sie steuert mit scheinbar hehren Motiven das Fiasko an. Über ein Jahr hinweg hat der weitaus grösste Teil der Filmbranche in einem aufwändigen Fazilitationsprozess neue Wege erarbeitet, wie der Film in der Schweiz in seiner Vielfalt und in möglichst hoher Qualität am sinnvollsten gefördert werden kann. Nun versucht jene Minderheit von Produzenten, die sich dieser Arbeit verweigert hat, in letzter Minute ihre eigenen Interessen durchzusetzen und durch die Hintertüre ihr längst begrabenes Intendantenmodell einzubringen.

Die Motion schiesst am Ziel vorbei, das sie vorgibt. Vetternwirtschaft bei der Filmförderung verhindert sie nicht (Kumpanei, wie sie in den vergangenen Jahren genau von jenen betrieben wurde, welche die Motion angestossen haben). Dagegen sind in der von 90% der Filmbranche mitgetragenen neuen Filmverordnung verschärfte Ausstandsregeln und ein Rotationsprinzip der Gutachter festgeschrieben, womit Seilschaften wirkungsvoll blockiert werden.

Die Begutachtung von Filmprojekten verlangt eine vertiefte Kenntnis des Produktionsprozesses von Filmen, und zwar von Filmen, wie sie in der Schweiz gemacht werden - und nicht in Hollywood. Gemäss Motionstext könnten Fachleute, die in der Kommission Einsitz nehmen, selber keine Projekte mehr eingeben. Dies kommt faktisch einem vierjährigen Berufsverbot gleich und hätte zur Folge, dass sich die Fähigen und Erfahrenen nicht zur Verfügung stellen. Es kämen also nur Ausländer oder Branchenfremde in Frage. Fragen hierzu: Welche ausländischen Fachleute kennen die Eigenheiten des Filmemachens in der mehrsprachigen Schweiz? Wo fänden sich zudem ausländische Fachleute mit genügend guten Deutsch- und Französisch-Kenntnissen? Vor allem aber: Wollen wir wirklich, dass die Schweizer Filmförderung und damit die Verteilung von Bundessubventionen von mehrheitlich ausländischen FilmemacherInnen bestimmt wird? Die Branche hat mit dem Rotationsprinzip auf ein System gesetzt, wie es in anderen Ländern, zum Beispiel in Frankreich, erfolgreich angewandt wird. Wir haben die Lehren gezogen aus einer verfehlten Filmpolitik der vergangenen Jahre, in denen mit einer „editorialen Linie“ so getan wurde, als könnte man Erfolg programmieren, als könnten Experten vorgeben, welche Filme zu produzieren seien. Das ging belegbar schief. Wir setzen auf Vielfalt und suchen Qualität, wir vertrauen dazu auf eine demokratisch breit abgestützte Filmförderung, die ohne ausländische Experten oder Intendanten auskommt. Wir wollen weder Inkompetenz noch „fremde Vögte“ in den Entscheidungsgremien.

Die Filmgesetz-Motion ist ein trojanisches Pferd, mit welchem eine kleine Minderheit von Produzenten den Erfolg der Fazilitation zunichte machen will. Deshalb bitten Sie die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, gegen die Motion zu stimmen.

Regisseurinnen und Regisseure, Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren:

Daniel von Aarburg, Marian Amstutz, Mirjam von Arx, Lionel Baier, Gabriel Baur, Edwin Beeler, Res Balzli, Erik Bernasconi, Felix Benesch, Jacob Berger, Jeanne Berthoud, Pierre-Yves Borgeaud, Jean Stéphane Bron, Matthias Bürcher, Mattias Caduff, Daniel Calderon, Christa Capaul, Frédéric Choffat, Patrick Claudet, Anne Cuneo, Richard Dindo, Pino Esposito, Michel Favre, Dieter Fahrer, Markus Fischer, David Fonjallaz, Christian Frei, Alessandra Gavin-Mueller, Denise Gilliand, Marcel Gisler, Ruedi Gerber, Sabine Gisiger, Stéphane Goël, Laurent Graenicher, Urs Graf, Gitta Gsell, Matthias von Gunten, Sandra Gysi, Elisabeth Guyer, Mihaly Györik, Edgar Hagen, Hans Haldimann, Marco Hausammann-Gilardi, Villi Hermann, Andreas Hoessli, Benno Hungerbühler, Vadim Jendreyko, Kaspar Kasics, Christiane Kolla, Alfredo Knuchel, Ulrike Koch, Christian Labhart, Peter Liechti, Thomas Lüchinger, Rolf Lyssi, Ueli Mamin, Irene Marty, F. Christophe Marzal, Alex Mayenfisch, Josy Meier, Ursula Meier, Fernand Melgar, Frédéric Mermoud, Alberto Meroni, Laurin Merz, Stéphane Mitchell, Ahmed Abdel Mohsen, Carla Lia Monti, Fredi M. Murer, Mehdi Naderi, Jürg Neuenschwander, Rolland Pellarin, Marianne Pletscher, Francis Reusser, Martina Rieder, Dominique de Rivaz, Tula Roy, Luzius Rüedi, Samir, Luc Schaedler, Gabriele Schärer, Andreas Schäuble, Christoph Schertenleib, Hans-Ulrich Schlumpf, Erich Schmid, Daniel Schweizer, Stefan Schwietert, Alexander Seiler, Sören Senn, Theo Stich, Tania Stöcklin, Jacqueline Surchat, Felix Tissi, Marie-Catherine Theiler, Eva Vitija, Christof Vorster, Nicolas Wadimoff, Stina Werenfels, Romed Wyder, Yves Yersin, Mürra Zabel, Werner Zeindler, Tobias Wyss

Und Produzentinnen und Produzenten:

Andres Brütsch, Marianne Bucher, Elisa Garbar, Lina Geissmann, Valérie Fischer, Pauline Gygax, Brigitte Hofer, Isabella Huser, Alexandre Iordachescu, Max Karli, Karin Koch, Francine Lusser, Gérard Monier, Maria Nicollier, Elena Pedrazzoli, Susann Rüdlinger, Theres Scherer-Kollbrunner, Rose-Marie Schneider, Gérard Ruey, Ruedi Santschi, Rolf Schmid, Werner Swiss Schweizer, Tiziana Soudani, Ruth Waldburger

Welche u.a. folgende Filme realisiert haben:

Höhenfeuer, War Photographer, Vitus, Complices, La petite chambre, Accordion Tribe, Die Schweizermacher, Snow White, Pas de Café, pas de Tele, pas de sexe, Signers Koffer, Hugo Koblet, Cleveland versus Wall Street, Bergauf, Bergab, Siamo Italiani, Liebe Lügen, Die Frau mit den fünf Elefanten, Salzmänner im Tibet, Reisen ins Landesinnere, Hell, Nachbeben, Surava, No More Smoke Signals, Les petites fugues, Grüningers Fall, Mais im Bundeshuus, Garçon stupide, Arme Seelen, Der Kongress der Pinguine, Blue End, Aisheen, Someone beside you, Guru, Heimatklänge, Exit, Angry Monk, Un Homme, Bödälä, Home

Persönlichkeiten aus der Filmbranche:

Moritz de Hadeln, ehem. Direktor des Filmfestivals Locarno, Berlin und Venedig
David Streiff, ehem. Direktor des Filmfestivals Locarno und ehem. Direktor des Bundesamtes für Kultur
Robert Boner, Generalsekretär Fondation Romande pour le Cinéma

Verbände und Organisationen:

Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz ARF/FDS, Swiss Film Producers’ Association SFP, Gruppe Autoren, Regisseure, Produzenten GARP, Schweizer Trickfilmgruppe STFG, Fonction Cinéma Genève


Zürich, 31. Oktober 2011

Pressemitteilung „Vol spécial“

Der Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz FDS protestiert vehement gegen den koordinierten Versuch, den Film Vol spécial zu zensurieren. In mehreren Westschweizer Kantonen haben Parlamentarier der SVP einen Vorstoss eingereicht, mit welchem sie die Vorführungen des Filmes an Schulen verbieten wollen. Dies obwohl einige von ihnen den Film zugegebenermassen nicht einmal gesehen haben.

Der Filmemacher Fernand Melgar beschreibt in seinem Dokumentarfilm die Administrativhaft von Ausländern, welche sich im Ausschaffungsprozess befinden. Es handelt sich um eine Zwangsmassnahme, die per Volksentscheid eingeführt wurde. Melgar dokumentiert den Alltag im Ausschaffungsgefängnis Frambois. Er wird Zeuge der Verzweiflung der Häftlinge und erhält gleichzeitig Einblick in die Sichtweise des Personals.

Der Zensurversuch ist ein Angriff gegen die Lehrfreiheit, aber auch gegen die Freiheit der Kunst. Er ist zudem ein Versuch, den demokratischen Diskurs zu verhindern, vor allem das Recht der Bürgerinnen und Bürger, sich zu informieren und sich mit den Konsequenzen ihrer Handlungen auseinanderzusetzen.

Wir fordern die Regierungen der Westschweizer Kantone auf, den Zensurversuchen eine Absage zu erteilen.


Anpassung des Artikel 12a der Arbeitslosenversicherungsverordnung (17.5.2011)

Nach einem langen Kampf für die Anerkennung der Spezifitäten der Berufe im kulturellen Bereich, hat das Comité 12a jetzt endlich sein Ziel erreicht.

Nach der Verschärfung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIV) bei der aktuellen Revision, welche am 1. April 2011 in Kraft trat, hat der Bundesrat am 11. März entschieden, dass bei den Verträgen der Freischaffenden im Kulturbereich für die Berechnung der Beitragszeit (anstatt 30) die ersten 60 Tage verdoppelt werden (Art. 12a AVIV). Bei der Anwendung der neuen Verordnung ergaben sich jedoch bald grosse Probleme. Das Staatssekretariat für Wirtschaft teilte den Arbeitslosenkassen mit, dass das Gesetz (AVIG) ab 1. April 2011 retrospektiv – die Verordnung jedoch prospektiv angewendet werden soll. Das bedeutet beim AVIG, dass z.B. bei laufenden Rahmenfristen ab 1. April 2011 nachträglich retrospektiv die Beitragszeit von 18 Monaten angewendet und der Anspruch an Taggeldern angepasst würde. Bei der AVIV bedeutet es jedoch, dass bei den laufenden Rahmenfristen die Verdoppelung der ersten 60 Tage noch nicht angewendet würde. Es gab auch noch schlechtere Interpretationen, welche besagten, die Verdoppelung der 60 Tage gelte erst für die geleisteten Arbeitszeiten ab dem 1. April 2011, also erst für zukünftige Rahmenfristen ….. ab 2013 !

Jetzt hat das SECO klargestellt, dass die neue Regelung in der Verordnung ebenfalls ab sofort anwendbar sei und zwar sowohl für bereits bestehende als auch für neue Rahmenfristen ab 1. April 2011.


Ordentliche Generalversammlung, 2. April 2011

Am 2. April 2011 fand in Bern die ordentliche Generalversammlung des Verbandes Filmregie und Drehbuch (ARF/FDS) statt. Der Verband erfreut sich einer guten Verfassung und ist in Bewegung, wie der grosse Aufmarsch an der Generalversammlung zeigt.

Die Generalversammlung fordert eine konstruktive und verlässliche Ausgestaltung und Handhabung der Filmförderung, die für alle Filmschaffenden da ist und deren Engagement und Risikobereitschaft mit Respekt und Offenheit begegnet.

Der Präsident, Kaspar Kasics, und die Vizepräsidentin, Stina Werenfels, wurden für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Von zwölf Mitgliedern des Vorstandes treten Mitglieder zurück: Stefan Haupt, Theo Stich und Séverine Cornamusaz. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt: Jeanne Berthoud, Matthias Bürcher, Edgar Hagen, Daniel Howald, Alessandra Gavin-Mueller, Lutz Konermann, Irene Loebell, Eva Vitija und Romed Wyder. Neu nehmen Gabriel Baur, Patrick Claudet und Luc Schaedler Einsitz im Vorstand. Folgende fünfzehn DrehbuchautorInnen und RegisseurInnen wurden einstimmig in den Verband aufgenommen: Katharina Dominice, David Fonjallaz, Jan Gassmann, Hans Haldimann, Beat Häner, Sophie Heldman, Benny Jaberg, Barbara Kulcsar, François-Christophe Marzal, Stéphane Mitchell, Mehdi Naderi, Marianne Pletscher, Martina Rieder, Pierre-François Sauter und Marcel Wyss.


Stellungnahme der Branchenverbände ARF/FDS, GARP und SFP zur Veranstaltung der „IG unabhängige Filmproduzenten“ am Zurich Filmfestival: Das Kino von Morgen, Zukunft der Schweizer Filmförderkonzepte

Zürich, 24. September 2010

Geschätzte Filminteressierte

Mit der Ernennung des Fazilitators Marc Wehrlin durch Bundesrat Didier Burkhalter soll das unter Nicolas Bideau entstandene Misstrauen in der Branche abgebaut und die Diskussion der Förderkonzepte 2012 – 15 unter vertrauensvollen Vorzeichen neu begonnen werden. Mit grossem Erstaunen nehmen die Branchenverbände ARF/FDS, GARP und SFP nun zur Kenntnis, dass die „IG unabhängige Filmproduzenten“ vorpreschen und am Zürich Filmfestival ihre kurzfristig veröffentlichten Vorschläge vorstellen wollen. ARF/FDS, GARP und SFP halten dieses Vorgehen für wenig konstruktiv und bedauern, dass die IG die von Bundesrat Burkhalter eröffnete Chance, die Förderkonzepte in Ruhe und ohne unnötige Provokationen zu diskutieren, missachtet und das Zurich Filmfestival als Plattform für ihre Ziele benutzt.


Pressemitteilung der Filmbranchenverbände

ARF/FDS, GARP, SFP, 9. Juli 2010

Die Filmbranchenverbände ARF/FDS, SFP und GARP begrüssen die Ernennung von Marc Wehrlin durch das EDI, der als interimistischer Vermittler in der verfahrenen Situation zwischen der Filmbranche und dem BAK wirken soll. Die Verbände sehen darin einen ersten Schritt in die richtige Richtung, um das Vertrauen wiederherzustellen und die Entwicklung der neuen Filmförderkonzepte konstruktiv im Sinne der gesamten Branche voranzutreiben. Nachdem die grosse Mehrheit der Filmschaffenden und Produzenten das vom BAK präferierte Intendantensystem zurückgewiesen hat, betrachten wir dies als Chance für einen Neuanfang und einen offenen Dialog bei der Entwicklung der Fördermodelle. Die Herstellerverbände sind aber nach wie vor in höchstem Masse daran interessiert, dass der Chefposten der Sektion Film durch eine ausgewiesene, in der Film-Branche breit abgestützte und integrative Persönlichkeit besetzt wird. Nur so kann die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kultur wieder in einem produktiven Klima erfolgen.


Medienmitteilung

Ausserordentliche Generalversammlung ARF/FDS vom 18.4.2010 in Nyon

Der Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz reagierte auf die neuesten Pläne des Bundesamtes für Kultur (BAK), anstelle der Begutachtungsausschüsse ein Intendantenmodell einzuführen. Es herrschte unter den 50 anwesenden Mitgliedern (die total 75 Stimmen vertraten) grosse Einigkeit, dass die Unabhängigkeit des Schweizer Filmschaffens auf dem Spiel steht. Deshalb fasste die ausserordentliche Generalversammlung mit grossem Mehr der Stimmen folgende Beschlüsse:

  1. Die Generalversammlung des ARF/FDS verlangt vorrangig eine Grundsatzdiskussion zwischen der Branche und dem Bundesamt für Kultur über die Rolle der Sektion Film. Abzuklären ist insbesondere die Frage, wie künftig die Unabhängigkeit der Expertenarbeit von der Sektion Film garantiert werden kann.
  2. Die GV des ARF/FDS lehnt, wie schon in der Medienmitteilung vom 1.4.2010 vom Vorstand festgehalten, unter den gegenwärtigen Voraussetzungen einen Wechsel vom Kommissions- zum Einzelexpertensystem ab.
  3. Die GV ARF/FDS bekräftigt die Forderung des Vorstandes nach der korrekten Einhaltung der Abläufe sowie nach einer Festlegung verbindlicher Regeln für das Erarbeiten der neuen Förderkonzepte. Die Erarbeitung neuer Förderkonzepte darf erst nach einer kritischen Analyse der letzten vier Jahre - unter Einbezug des ARF/FDS und der ganzen Branche - aufgenommen werden.

Zürich, 19. April 2010


Medienmitteilung vom 1. April 2010

Am 27. März 2010 fand in Bern die ordentliche Generalversammlung des Verbandes Filmregie und Drehbuch (ARF/FDS) statt. Der Verband erfreut sich einer guten Verfassung und ist in Bewegung, wie der grosse Aufmarsch an der Generalversammlung, die Aufnahme von SCENARIO und die engagierte Diskussion zur ersten Skizze der neuen Bundes-Filmförderungskonzepte ab 2011 zeigen.

Der Präsident, Stefan Haupt, wurde für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt. Als neue Vizepräsidentin wurde Alessandra Gavin-Müller einstimmig gewählt. Von zwölf Mitgliedern des Vorstandes treten vier langjährige Mitglieder zurück: Erich Langjahr, Michele Andreoli, Anne Cuneo und Bettina Oberli. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt: Jeanne Berthoud, Daniel Howald, Lutz Konermann, Irene Loebell, Denis Rabaglia, Theo Stich und Romed Wyder. Neu nehmen Séverine Cornamusaz, Edgar Hagen, Matthias Bürcher und Eva Vitija Einsitz im Vorstand. Folgende dreizehn DrehbuchautorInnen und RegisseurInnen wurden einstimmig in den Verband aufgenommen: Andreas Bossard, Niccolò Castelli, Séverine Cornamusaz, Moritz de Hadeln, Steff Gruber, Yves Hofer, Benno Hungerbühler, Mano Khalil, Krisztian Majdik, Alberto Meroni, Luzius Christian Rüedi, Manuel Siebenmann, Ricardo Signorell und Marie-Catherine Theiler.

Die Generalversammlung (GV) stimmte einstimmig dem Antrag zu, SCENARIO (GrS) als Interessensgruppe des Verbandes aufzunehmen. SCENARIO setzt sich für bessere Bedingungen für Schweizer Drehbücher ein. Das Ziel der Zusammenarbeit ist, den Interessen der UrheberInnen – DrehbuchautorInnen und RegisseurInnen – zum Durchbruch zu verhelfen. Wir begrüssen diese Zusammenlegung der Kräfte aller UrheberInnen sehr und freuen uns über den Entscheid.

Diskussion erste Skizze Filmförderungskonzepte ab 2011:

Im zweiten Teil der GV wurde mit Einwilligung des Bundesamts für Kultur ein erster Vorschlag der Sektion Film für die Filmförderungskonzepte 2011-15 (noch in Bearbeitung) durch Thomas Geiser, Präsident der entsprechenden Bundes-Arbeitsgruppe, erläutert. Die anschliessend ausführlich geführte Diskussion unter den Mitgliedern zeigte:

  1. Es ist unverständlich, dass die Sektion Film bereits einen ersten Vorschlag vorlegt, bevor die aufwändig angelegte externe Evaluation der bisherigen Filmförderungskonzepte (2006-2010) zugänglich ist. Die Ergebnisse dieser Evaluation und damit die Wirkung der bisherigen Filmförderung müssen vorrangig für die neuen Filmförderungs-konzepte berücksichtigt werden, um würdigen zu können, welche bisherigen Instrumente funktionieren und wo Revisionsbedarf auszumachen ist.
  2. Eine Streichung der selektiven Drehbuchförderung wird mit aller Klarheit abgelehnt. Die selektive Drehbuchförderung muss nicht nur beibehalten, sondern vielmehr als echte und kontinuierliche Unterstützung der DrehbuchautorInnen ausgebaut werden, um zu einer breiten Auswahl an Ideen und Stoffen zu gelangen. Der vorliegende Modellvorschlag widerspricht zudem den wiederholten Beteuerungen der Sektion Film, dass der Prozess des Drehbuchschreibens gestärkt werden soll.
  3. Dem vom BAK skizzierten System- respektive Paradigmenwechsel weg vom Kommissions- hin zum Einzelexpertensystem (begleitende «Commissioners», Intendanten) steht die Mehrheit eindeutig ablehnend gegenüber. Sofern man auf eine solche Diskussion überhaupt eintreten will, muss die Evaluation der bisherigen Kommissionsarbeit vorliegen. Zudem bräuchte es dringend präzisere Grundlagen und vor allem viel mehr Zeit für eine sorgfältige Auseinandersetzung mit allen Vor- und Nachteilen. Es macht den Anschein, dass hier ein Modell aus einem andern Land (Dänemark) unreflektiert auf die Schweiz appliziert werden soll – ohne die völlig anderen Gegebenheiten unseres Landes (etwa drei Sprachräume, Demokratieverständnis) oder die dafür nötigen Mittel zu berücksichtigen. Gleichzeitig herrscht Einverständnis, dass die Zusammensetzung und die Besetzung der Experten in den Begutachtungsausschüssen detailliert besprochen und reflektiert werden muss.
  4. Succès Cinéma: Gemäss der erfolgten Evaluation zu Succès Cinéma vor einem Jahr drängen sich keine grösseren Änderungen auf. Für uns ist klar: Keinerlei Schwächung der Position der UrheberInnen, keine Reduktion des Anteils für die UrheberInnen und keine Einschränkung ihrer Autonomie (AutorInnen, Regie).
  5. Vordringliches Problem bleibt nach wie vor das fehlende Fördergeld für die Filmherstellung, um sowohl den Nachwuchs als auch die arrivierten Filmschaffenden resp. ihre Projekte angemessen fördern zu können.

Zürich, 1. April 2010